Unterwegs Mobilitätskolumne

Anica Dimitrijevic, Buslenkerin: "Ich bin für 100 Menschen verantwortlich"

Stadtleben, FALTER 15/19 vom 10.04.2019

Ich bin Buslenkerin. Bei den Wiener Linien fährt jeder Lenker auf allen Linien seiner Garage. Meine Garage ist die Raxgarage, das heißt, ich fahre auf 15 Linien: Zehn Tages-und fünf Nachtlinien. Ich fahre mit allen Bussen, die bei uns stehen, also den zwölf und den 18 Meter langen Bussen. Der große wiegt 17,5 Tonnen. Es passen 106 Fahrgäste hinein: Er hat 40 Sitzund 66 Stehplätze.

Wer mit so vielen Menschen fährt, muss über dem, was um ihn passiert, stehen und möglichst die Fehler der anderen vorhersehen: Man darf nie vergessen, dass man Verantwortung für viele Menschen hat. Ich schimpfe und fluche bei der Arbeit grundsätzlich nicht. Nicht, weil das vor den Fahrgästen nicht geht, sondern weil ich acht Stunden am Steuer sitze: Wenn ich da zornig bin, tu ich meiner Gesundheit nichts Gutes. Stattdessen lächle ich -damit geht alles leichter.

Ich wollte eigentlich nicht lange bei den Wiener Linien bleiben: Ich bin Fahrlehrerin. Für alle Fahrzeugklassen fehlten mir der D-Schein und drei Jahre Praxis. Deshalb ging ich 2011 zu den Wiener Linien. Aber es gefiel mir, also blieb ich. Ich habe nicht vor, wieder Fahrlehrerin zu werden: Bei den Wiener Linien bin ich zufrieden.

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FALTER 21/19
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