Erkurt Nachhilfe

Lasst uns über antimuslimischen Rassismus sprechen


Melisa Erkurt

Falter & Meinung, FALTER 15/19 vom 10.04.2019

Die Meldung ist von gestern: Vorletzte Woche wurde eine kopftuchtragende Muslimin von einer Frau in Wien beschimpft und bespuckt. Ich war zu dem Zeitpunkt im Ausland und bekam nichts davon mit. Zurück in Österreich waren meine Social-Media-Kanäle voll mit Kopftuchdiskussionen. Ich dachte zuerst, ein Politiker hätte sich erneut für das Kopftuchverbot ausgesprochen. Erst nach zehn Minuten wurde mir klar, was passiert war.

Wie viele Minuten Aufmerksamkeit bekommen Muslime in Österreich, wenn sie Opfer und nicht Täter sind? Wie lange dauert es, bis die Perspektive des Opfers durch die der Mehrheitsgesellschaft verdrängt wird?

In dem konkreten Fall waren es wenige Minuten, bis sich die ersten Sherlocks zu Wort meldeten: "Moment, wir wissen nicht, ob die Muslima angefangen hat", "Die Angreiferin zittert, sie ist bestimmt psychisch krank","Und wenn wir schon dabei sind, das Kopftuch ist ein Zeichen von Unterdrückung!" Es scheint, als wäre es in Österreich nicht möglich, über antimuslimischen

  465 Wörter       2 Minuten
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl inklusive Online-Zugang, um diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext zu lesen.
Holen Sie sich hier Ihren Online-Zugang und lesen Sie diesen sowie alle anderen FALTER-Artikel sofort im Volltext.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?
Bitte liken Sie den FALTER auf Facebook:
Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Alle Artikel dieser Ausgabe finden Sie in unserem Archiv.

Anzeige

Anzeige