Vom Bürgerschreck zum Antimodernen

Das Leopold Museum zeigt kenntnisreich den schwer zu fassenden Maler Oskar Kokoschka


Rezension: Matthias Dusini

Feuilleton, FALTER 15/19 vom 10.04.2019

Egon Schiele, die Speerspitze der Wiener Moderne, starb 1918. Sein um vier Jahre älterer Kollege Oskar Kokoschka, auch er gehörte zu den treibenden Kräften der Zeit um 1900, lebte bis 1980. Die Marke Schiele hat die Eigenschaften jung, expressiv und erotisch. OK hingegen, wie Kokoschka seine Bilder signierte, durchlief zahlreiche Häutungen. Vom Rebellen, der 1909 mit der Performance "Mörder, Hoffnung der Frauen" für einen Skandal sorgte und seine Geliebte Alma Mahler später als Puppe reproduzieren ließ, wandelte er sich im Alter zum Konservativen, der gegen Picasso und die abstrakte Malerei polemisierte.

Die Ausstellung "Oskar Kokoschka. Expressionist, Migrant, Europäer" versucht den vielen Schichten des langen Künstlerlebens gerecht zu werden. Auf dem neuesten Stand der Forschung, präsentiert die Schau im Leopold Museum respektvoll und dennoch aus kritischer Distanz ein schwer kategorisierbares Werk. Das in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Zürich entstandene Projekt vermeidet

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