Nüchtern betrachtet

War alles schlecht vor dem Achtsamkeitssprech?


Klaus Nüchtern

Feuilleton, FALTER 15/19 vom 10.04.2019

Sprache ist wichtig, aber Sprache ist nicht alles, auch wenn sich immer wieder Leute finden, die mit just dieser Behauptung ein bisschen radical chic einheimsen und davon ablenken wollen, dass ihre Sakkos am Ellbogen schon recht speckig geworden sind. Manchmal wird Sprache sogar überschätzt. Die Gleichsetzung von Eloquenz und Intelligenz ist ein gutes Beispiel dafür. Ich profitiere seit Jahrzehnten von diesem Irrtum, bin also der Letzte, der sich beschweren wollte, aber man muss die Kirche einfach im Dorf lassen (was allerdings eine sehr schöne Redewendung ist, die ihrerseits stark für Sprache spricht).

Dass Sprache und Zauberei zusammengehören, ist in Zeiten anhaltender Popularität von Fantasy-Heptalogien eine triviale Feststellung, und dennoch scheint es bemerkenswert, dass Sprache generell über magische Kräfte verfügt -man denke an die "wirklichkeitskonstituierende Macht", die ihr gerne zugeschrieben wird. Dabei ist es ein bisschen vertrackter. Tauchen neue Begriffe auf, dann

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