Dr. Freud, zum Telefon!

Lothar Müller nimmt "Freuds Dinge" unter die Lupe und porträtiert den Vater der Psychoanalyse als Kind einer Ära der erblühenden Markenwarenwelt


Besprechung: Klaus Nüchtern

Feuilleton, FALTER 16/19 vom 17.04.2019

Am 24. September 1922 erscheint im Neuen Wiener Tagblatt ein Inserat eines gewissen August Stier, das einen "Wunderblock" bewirbt: "schreibt ohne Blei oder Tinte, kein Gummi oder Schwamm nötig, in Kanzlei-, Taschen-oder Westentaschenformat." Ob das in Versalien gedruckte "Erapi", bei dem es sich anscheinend um den Produktnamen des Schreibgeräts handelt, um ein reines Fantasiewort oder eventuell ein Akronym handelt, bleibt bis heute ungeklärt.

Es würde sich aber ohnedies kaum jemand für dieses gescheiterte Markenprodukt, dem bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein unglamouröses Nachleben als Kinderspielzeug beschieden war, interessieren, hätte es nicht Sigmund Freud drei Jahre später in seiner "Notiz über den ,Wunderblock'" ausgesprochen ausführlich beschrieben. Was wiederum in der Ausgabe des Neuen Wiener Journals vom 28. September 1925 zur Kenntnis genommen wird, wo Freuds in der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse erschienene "Notiz" als jüngstes und kühnes

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