Der Griff nach dem Säbel hat fatale Folgen

Mit seiner Novelle "Leutnant Burda" liefert Ferdinand von Saar die subtile Studie eines wahnhaften Stalkers


Lektüre: Klaus Nüchtern

Feuilleton, FALTER 16/19 vom 17.04.2019

Vor einigen Jahrzehnten war Ferdinand von Saar mit seiner Novelle "Die Steinklopfer" (1874), die das Arbeiterelend beim Bau der Semmeringbahn zum Inhalt hat, noch in Lesebüchern und im Literaturunterricht präsent. Jetzt, da nach dem Lesebuch auch die Literatur aus dem Unterricht weitgehend verschwunden ist, kennt ihn kaum noch jemand, auch wenn der Schriftsteller zumindest in Döbling noch recht präsent ist: Dort sind ein Platz und ein Park nach ihm benannt, steht seine Büste im wesentlich größeren Wertheimsteinpark.

Umso verdienstvoller und erfreulicher ist es, dass der Zürcher Kampa Verlag in seiner kess "Der kleine Gatsby" genannten Reihe nun Ferdinand von Saars "Leutnant Burda" (1887) neu aufgelegt hat. Das Stichwort "Gatsby" passt in diesem Falle recht gut, erinnert die Erzählkonstellation der Novelle doch an Scott Fitzgeralds berühmten Roman von 1925. In beiden Werken rekonstruiert der Ich-Erzähler erinnernd den letzten Lebensabschnitt des gewaltsam zu Tode gekommenen Titelhelden.

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