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Wikileaks-Gründer Julian Assange in Haft

AG
Medien, FALTER 16/19 vom 17.04.2019

Sieben Jahre lang lebte Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London. Um einer Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen, war der 47-jährige Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks dorthin geflüchtet. Vergangene Woche entzog Ecuador dem Australier das Asyl, die britische Polizei nahm ihn fest.

Das Verfahren in Schweden wurde mittlerweile eingestellt, ohne die Schuldfrage zu klären, aber Assange droht die Auslieferung an die USA. Die Anhörung findet am 2. Mai statt. Assange erwartet eine Anklage wegen Anstiftung zum Hacking und möglicherweise fünf Jahre Haft. Seit 2010 hatte Wikileaks immer wieder Geheimdokumente veröffentlicht, darunter vertrauliche E-Mails aus US-Botschaften, für die Betroffenen peinlich und für das öffentliche Interesse wohl vernachlässigbar. Wikileaks veröffentlichte aber auch Videos, die fragwürdige Handlungen des US-Militärs in Kriegsgebieten wie Irak und Afghanistan zeigten. Die Whistleblowerin Chelsea Manning wurde dafür zu 35 Jahren Haft verurteilt und nach sieben Jahren begnadigt.

Dass Ecuador gerade jetzt das Asyl zurückzog, hat wohl ebenfalls mit Wikileaks-Enthüllungen zu tun: Die INA Papers zeigen illegale Geschäfte von Präsident Lenín Moreno und seiner Familie auf.

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FALTER 21/19
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