Zeit am Schirm


Matthias Dusini

Medien, FALTER 16/19 vom 17.04.2019

Die Umstellung von Kabelfernsehen auf das digitale, an das Internet gekoppelte Schauen schreitet voran. Mir bereiten die neuen Sehgewohnheiten einige Probleme. Die Kulturtechnik des Zappens lässt sich kaum mehr verwenden, stattdessen geht viel Zeit mit dem Herunterladen und Öffnen von Apps drauf. Doch auch wenn das Logo von ARD, ORF oder der Rai erscheint, heißt das noch lange nicht, dass man in der gewünschten Sendung drin ist. Die Länderbarrieren verbieten etwa die Ausstrahlung italienischer Produktionen in Österreich.

Für die Fernbedienung genügte ein offenes Auge, das Internet-TV verlangt die ganze Konzentration. Die FB verwandelt sich in eine Maus, die einen winzigen Cursor über den Bildschirm schiebt. Was als Fortschritt angekündigt wurde, wirft den Konsumenten in die Steinzeit des privaten Medienkonsums zurück. Aus Surfen wird Stolpern. Am Ende bleibe ich eh wieder dort hängen, wo ich schon einmal war: bei "Voice of Germany","GNTM" und "Bares für Rares". Oder war das der verdammte Algorithmus? F

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FALTER 21/19
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