Wenn Tränen nicht genügen

Im Film wird nicht nur erhaben geweint. Manchmal fließen auch Bäche von Rotz und Speichel


Typologie: Sabina Zeithammer

Feuilleton, FALTER 16/19 vom 17.04.2019

Tränenverhangene Blicke richten sich verzweifelt auf den gekreuzigten Jesus. Der Ohnmacht nahe, sind stumm leidende Frauen und Männer auf dem Richtplatz versammelt. Bilder der Kreuzigung mit der Muttergottes und dem Jünger Johannes zeigen in der Kunstgeschichte wie im österlichen Bibelfilm erhabene, anrührende Trauer.

Ganz so, wie es das Kino in den meisten Fällen tut: Schöne Frauen vergießen im Melodram funkelnde Tränen, trauernde Helden vergraben ihr Antlitz in den Händen oder schreien ihren Schmerz schluchzend in die Welt hinaus. Mit roten Augen und feuchten Wangen beklagen unglücklich Liebende ihr grausames Schicksal, tropfenden Gesichts beben Menschen in Familiendrama, Historienfilm, Fantasy-Saga und Tragikomödie.

Manchmal aber reichen Tränen nicht aus, um Trauer im Kino darzustellen. Dramatische Heulereien mit Rotz und Spucke ziehen sich durch die Filmgeschichte. Sie haben unterschiedliche Bedeutungen. Eine Spurensuche.

Rotz und Todesangst

Im Angesicht des eigenen Todes ist

  940 Wörter       5 Minuten
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