Buch der Stunde

Denkanregungen von Claudio Magris zum 80er

Ulrich Rüdenauer
Feuilleton, FALTER 17/19 vom 24.04.2019

Schnappschüsse sind im Vorbeigehen eingefangene Sekundensensationen -und so nennt der große Triestiner Gelehrte und Autor Claudio Magris sein jüngstes Buch, das pünktlich zu seinem 80. Geburtstag am 10. April erschien. Er hantiert freilich nicht mit der Kamera, sondern mit dem Werkzeug, das ihm viel besser in der Hand liegt: mit dem Stift.

Das Buch versammelt Beobachtungen und aufgeschnappte Dialoge, die Magris in wunderbar leichte Prosaminiaturen verwandelt, die zwischen 1999 und 2016 entstanden sind. Diese zeitlosen Texte können erzählerischen Charakter haben, kulturphilosophische Erkenntnisse zutage fördern oder den Wandel der Zeiten in den Zeichen des Nebensächlichen kenntlich machen. Sie handeln vom Grotesken und Banalen, aber selbst sind sie es nie.

In diesem essayistischen Ansatz hat Magris' Schreiben durchaus Ähnlichkeit mit Walter Benjamin, der die Welt in ihren vielen Facetten und ihrer Symbolik entziffern wollte und stets das Schwebende, das Nicht-Eindeutige und Übergänge

  308 Wörter       2 Minuten
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