Nüchtern betrachtet

Jetzt ist aber mal Schluss mit lustig!

Feuilleton, FALTER 17/19 vom 24.04.2019

Viel war in letzter Zeit von alten weißen Männern zu hören und zu lesen. Die hätten, so heißt es, lange genug das Sagen gehabt und sollten jetzt einmal den Rand halten. Einmal abgesehen davon, dass man Noam Chomsky oder Jean Ziegler den Mund nicht wird verbieten wollen, ist der Unmut nicht unbegründet. Wenn man allerdings anfängt, das, was jemand noch gar nicht gesagt hat, a priori durch den Hinweis zu entwerten, dass jetzt gleich wieder ein alter weißer Mann das Maul aufreißt, können wir's gleich bleiben lassen mit dem Miteinanderreden. Dann wird's allerdings auch sehr ungemütlich. Was im 18. Jahrhundert unter Stichworten wie "Aufklärung" und "Allgemeine Menschenrechte" erkämpft wurde, wäre, schwuppdiwupp, entsorgt. Nicht der vernünftige Gebrauch der Rede, sondern Herkunft, Ethnie oder Geschlecht bestimmten wieder, wer überhaupt was sagen darf. Eine junge weiße Frau, die ich bis dahin als "cool" und "streitbar" eingeschätzt hatte, bemerkte unlängst über drei Männer,

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