Radikalität des Kompromisses

Die Ausstellung "Das Rote Wien 1919-1934" setzt auf Dichte und Details statt auf plakative Thesen


Besichtigung: Klaus Nüchtern

Politik, FALTER 18/19 vom 02.05.2019

Hat Wien die Masern? Es ist übersät mit roten Flecken. Auffällig entzündete Areale finden sich zwischen Favoritenstraße, Gudrunstraße und Absberggasse, entlang des Margaretengürtels oder an der Erdberger Lände zwischen Stadion-und Rotundenbrücke. Und von Penzing über Fünfhaus bis zum Neubaugürtel, vom Meiselmarkt über die Schmelz bis zur Sandleiten erstreckt sich ohnedies ein einziger flammender Ausschlag.

"So flieg, du flammende, du rote Fahne, / voran dem Wege, den wir zieh'n. / Wir sind der Zukunft getreue Kämpfer, / Wir sind die Arbeiter von Wien." So geht der Refrain des bekanntesten Lieds des Roten Wien, 1927 gedichtet vom Wiener Bibliothekar und Schriftsteller Fritz Brügel.

Auch der Ausschlag, der Wien befallen hat, besteht aus lauter roten, penibel nummerierten roten Fähnchen. So markiert zum Beispiel Nummer 23, ein einsamer Posten im tiefen Süden, ein Haus für Bedienstete des Zentralfriedhofs, das die Gemeinde Wien errichtet hat.

Die Karte hängt in der soeben eröffneten

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