Das Integrative am Klettern

Ein Verein lehrt Flüchtlinge Klettern. Weil es beim Klettern um Halt, Sicherheit und Vertrauen geht. Und das nicht nur metaphorisch


Kameradensicherung: Tom Rottenberg

Stadtleben, FALTER 18/19 vom 02.05.2019

Salamuddin T. konnte dann vergangenes Wochenende nicht mit ins Ennstal zum Kletterwochenende fahren. Er wird auch nicht mehr zu den Kletterkursen in der Kletterhalle der Naturfreunde oder der Edelweißhalle des Alpenvereins kommen. Auch in der "Boulderbar" wird der Afghane nicht mehr zu finden sein. Denn Salamuddin T. hat soeben seinen Ausreisebescheid bekommen. T. lebte drei Jahre in Österreich. Er wohnte in Niederösterreich, hat in Wien Deutschkurse besucht und absolviert und machte gerade den Vorstudienlehrgang an der Uni Wien. Gleichzeitig arbeitete er in einem Pflegewohnheim in Niederösterreich. Außerdem kam er regelmäßig zum Klettern. Auf das Wochenende im Ennstal hatte er sich schon gefreut. Dann kam der Bescheid.

"Es fühlt sich wie eine staatliche Säuberungswelle an", sagt Selina Köstenberger und schluckt. Plötzlich geht es nicht mehr ums Klettern. "Es kommt immer in Wellen", sagt die 23-jährige Studentin, "und aus dem Nichts. Jetzt sind gerade die Afghanen dran. In den

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