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Pressekolumne


NINA HORACZEK

Medien, FALTER 19/19 vom 08.05.2019

Was für ein Skandal: "Kein ,Hulapalu' beim Maiaufmarsch", titelte das Gratisblatt Österreich entsetzt, als wäre der Schunkler von Andreas Gabalier bisher die inoffizielle Internationale gewesen. Die Grazer SPÖ wollte nicht, dass die von ihr bezahlte Band Lieder des Lederhosenkonservativen spielt. So einen Skandal kann die Qualitätspresse nicht ignorieren. "Verbot von Gabaliers Musik durch Grazer SPÖ erregt Felix Baumgartner", berichtete der Standard online. Als wäre der Mann, der vom Himmel fiel, plötzlich Musikkritiker. Gabalier selbst sah in Österreich gar den Faschismus gekommen, weil die SPÖ den 1. Mai hulapalufrei feierte. Da rückte sogar Kanzler Sebastian Kurz aus. Dieser verglich den Hulapalu-Streit damit, dass ein rechtsextremes Magazin den Fußballprofi David Alaba rassistisch beschimpft hatte. Als ob das vergleichbar wäre.

Die Online-Ausgabe der Kronen Zeitung behauptete überhaupt, die SPÖ-Frauen wollen Gabalier verbieten. Dabei wollten diese nur kein Hulapalu hören. So kriegt jedes Land den Skandal, den es verdient. Hulapalu!

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FALTER 24/19
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