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Pressekolumne


NINA HORACZEK

Medien, FALTER 20/19 vom 15.05.2019

Da ist jemandem doch tatsächlich vor Verzückung die Computertastatur durchgegangen. Michael Jeannée, alter Herr unter den Kolumnisten der Kronen Zeitung, sah nach einem "Albtraum aus Kogler, Karas, Schieder, Vilimsky und Voggenhuber" endlich die "schöne Claudia" im Fernsehen, und schon war es um ihn geschehen. Denn die Angebetete, die Neos-Spitzenkandidatin Claudia Gamon, findet Jeannée "blutjung, fröhlich, herzerfrischend, moderat", schwärmt der Krone-Brieferlschreiber in seinem offenen Brief an die Politikerin. "Endlich ein neues Gesicht. Sogar eins mit Schönheitsfleckchen neben dem Näschen." Denn für den Krone-Schreiberling war Gamon "glattgesichtig-fesch" auf dem Bildschirm. "Kein Vergleich mit dem Geknurre und den Falten der alten Männer", schreibt der alte Mann des Kleinformats.

Es ist nicht das erste Mal, dass Jeannée einschlägig auffällt. Er hat ja auch schon die Sängerin Conchita als "krank" und "verhaltensgestört" beschimpft. Aber so viel Sexismus in so eine kurze Kolumne hineinzupacken, das macht dem alten Krone-Mann hoffentlich keiner nach.

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FALTER 30/19
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