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Schweden ermittelt gegen Wikileaks-Gründer

Medien, FALTER 20/19 vom 15.05.2019

Seit Anfang Mai sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange in London in Haft. Sieben Jahre lang hatte Assange dort in der ecuadorianischen Botschaft gelebt. Dorthin war er geflohen, um der Auslieferung nach Schweden wegen Vergewaltigungsvorwürfen zu entgehen. Das Verfahren wurde eingestellt, ohne die Schuldfrage zu lösen -bis am Montag bekannt wurde, dass Schweden Voruntersuchungen wegen der Vergewaltigungsvorwürfe wieder aufnimmt.

Assange fürchtet, dass ihm via Schweden die Auslieferung in die USA droht. Dort soll er wegen Verschwörung gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning angeklagt werden. Seit 2010 hatte Wikileaks immer wieder Geheimdokumente veröffentlicht, darunter vertrauliche E-Mails aus US-Botschaften, für die Betroffenen peinlich und für das öffentliche Interesse vernachlässigbar. Wikileaks publizierte aber auch Videos, die fragwürdige Handlungen des US-Militärs in Kriegsgebieten wie Irak und Afghanistan zeigten. Manning, die Wikileaks diese Dokumente zugespielt hatte, war deswegen zu 35 Jahren Haft verurteilt und nach sieben Jahren begnadigt worden. Zuletzt war sie zwei Monate lang in Beugehaft gesessen, weil sie sich geweigert hatte, vor einer Geschworenenjury, die den Prozess gegen Assange vorbereitete, auszusagen. AG

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FALTER 29/19
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