Digitalia

IT-Kolumne


ANNA GOLDENBERG

Medien, FALTER 20/19 vom 15.05.2019

Dringendes wird nicht telegrafiert oder gefaxt, sondern gewhatsappt. Zum Anbandeln werden keine Nummern, sondern Instagram-Profile ausgetauscht. Wer sich nach längerer Funkstille meldet, schreibt keine Ansichtskarte, sondern kommentiert Social-Media-Beiträge des anderen. Keine Frage, Rituale der Kontaktaufnahme haben sich durch die Digitalisierung verändert. Alle? Ein für Digitaleinheimische antik anmutendes Kulturgut hält sich zäh: die Visitenkarte. Aufgefallen ist mir das ausgerechnet auf der Re:publica, einer Konferenz für Digitalthemen (siehe Seite 24).

Warum tauscht man weiterhin Visitenkarten, wo man der neuen Businessbekanntschaft doch genauso gut an Ort und Stelle auf Twitter folgen könnte? Meine Thesen: Eine Visitenkarte ist ebenso schnell gegeben wie vergessen. Für die oftmals prekär arbeitenden Digitaleinheimischen, auch bekannt als Generation Praktikum, ist eine Visitenkarte zudem ein Statussymbol, quasi ein Dienstwagen mit Chauffeur für die Umweltbewussten. Und: Auf den Falter-Karten steht die Faxnummer drauf. Falls es wirklich dringend ist.

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FALTER 26/19
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