Schausbergers Festwochentagebuch Notizen einer Festivalbesucherin (1)

Nutella scheißen gegen das Patriarchat

Feuilleton, FALTER 20/19 vom 15.05.2019

Samstag, 11. Mai: Liebes Tagebuch! Die Festwochen beginnen dieses Jahr mit Herzschlägen aus Transdanubien. Um Punkt 16 Uhr öffnen die Gemeindebau-Bewohner des Alfred-Klinkan-Hofs die Fenster und spielen über ihre Stereoanlagen ihre eigenen Herztöne ab. Der wummernde Sound von Anna Witts Live-Installation "Beat House Donaustadt" ist bewegend, aber ein bisschen fühlt sich die Situation auch nach Zoo an. Unten im Hof stehen die Kunstfuzzis und schauen nach oben zu den Einheimischen. Zum Schluss beklatschen sich alle gegenseitig.

"Show, don't tell" lautet eine Faustregel der Literatur. Davon hat der argentinische Autor und Regisseur Mariano Pensotti aber offenbar noch nie etwas gehört. In seinem fünfeinhalbstündigen Epos "Diamante" offenbart er in Übertiteln das gesamte Innenleben seiner Figuren. Denken muss man als Zuschauerin also nicht mehr. Schade, das Bühnenbild -eine ganze Stadt, die ins Eissportzentrum Kagran gebaut wurde und an Lars von Triers "Dogville" erinnert - ist super.

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