"Die Sänger müssen den Abend überleben"

Christian Thielemann, Deutschlands wichtigster Dirigent, führt eine Urwiener Oper auf. Eine Begegnung


Feature: Miriam Damev

Feuilleton, FALTER 21/19 vom 22.05.2019

Es war der 10. Oktober 1919. An der Wiener Hofoper wird "Die Frau ohne Schatten" uraufgeführt. Kurz zuvor war Richard Strauss zum Direktor des Hauses ernannt worden -ein glanzvoller Amtsantritt mit der Uraufführung eines Bühnenwerks, das nichts weniger sein sollte als "die letzte romantische Oper", und das, obwohl die Schwelle zur Moderne längst überschritten worden war.

"Die Frau ohne Schatten" war nach "Elektra","Der Rosenkavalier" und "Ariadne auf Naxos" die vierte Zusammenarbeit zwischen Richard Strauss und seinem Librettisten Hugo von Hofmannsthal; eine Oper, die Märchen, Menschheitsdrama und humanistische Reflexion zugleich ist.

Zwei Frauen stehen einander gegenüber: eine Menschenfrau, die sich weigert, von ihrem Mann, einem Färber, Kinder zu bekommen; und eine Kaiserin aus dem Geisterreich, die, seitdem sie der Menschenkaiser erobert hat, in einer Art Zwischenzustand schwebt. Sie ist weder Fee noch Mensch: eine Frau ohne Schatten - und das ist in der Oper gleichbedeutend mit

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