Am Apparat Telefonkolumne

Mit welchem Spitzenkandidaten treten Sie an, Herr Kogler?


Interview: Eva Konzett

Politik, FALTER 21/19 vom 22.05.2019

Als die Grünen 2017 aus dem Nationalrat flogen, war das Klagen groß. Nun könnten sie ihm Herbst früher als gedacht wieder einziehen. Warum den Grünen die aktuelle Regierungskrise aber nicht zwingend nützt, erklärt der Bundessprecher Werner Kogler.

Herr Kogler, was erwarten Sie sich von der EU-Wahl?

Dass die Rechten doch ein paar Dämpfer kriegen. Vor allem in Österreich. Und dass Themen wie Trump, Putin und die Verbindungen zu den Rechten, zu Salvini und Orbán und Konsorten, doch wieder stärker werden. Wir Grünen müssen aufpassen, dass wir am Sonntag die Fünf-Prozent-Hürde schaffen und reinkommen. Alles hängt vom Sonntag ab. Es ist viel knapper, als alle glauben. Gute Umfragen helfen uns nicht. Europapolitische Themen wie der Klimaschutz oder Gerechtigkeitsfragen sind angesichts des Chaos in den Hintergrund gerückt.

Hätten Sie damit gerechnet, dass die Regierung so schnell zerbröselt?

Wir haben erwartet, dass etwas passiert. Der Zeitpunkt und die Heftigkeit waren aber überraschend. Ich kenne diese semikorrupte blaue Rasselbande schon ewig. Über die wundere ich mich nicht. Es ist die ÖVP, die nicht lernfähig ist und eine Koalition mit ihnen eingegangen ist. Die Blauen sind ja genetisch auf der schiefen Bahn.

Wie werden die Grünen einen Wahlkampf im Herbst finanziell und personell stemmen?

Wir hoffen, dass wir nach Sonntag kreditwürdig sind. Damit kann man dann eine Mindestkampagne bestreiten. Wir haben ein junges und sehr motiviertes Team. Ich bin mit der Wiederauferstehung der Grünen sehr zufrieden.

Mit welchem Spitzenkandidaten gehen Sie in die Wahl im Herbst?

Wir legen den groben Fahrplan am Montag fest. Bis dahin kann ich dazu nichts sagen. Wenn wir es am Sonntag nicht schaffen, erübrigen sich alle anderen Fragen sowieso. Wenn wir es schaffen, werden wir im Herbst ein gescheites Angebot zusammenbringen.

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FALTER 24/19
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