Schausbergers Festwochentagebuch Notizen einer Festivalbesucherin (2)

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten?


Sara Schausberger

Feuilleton, FALTER 21/19 vom 22.05.2019

Montag, 13. Mai: Liebes Tagebuch! Am Eröffnungswochenende in der Donaustadt habe ich den Auftritt der schreienden Frauen verpasst, weil ich in "Diamante" festsaß. Deshalb hole ich die Aufführung von "Corbeaux" heute nach. Das Schreiritual der marokkanischen Choreografin Bouchra Ouizguen findet an unterschiedlichen Orten in der Stadt statt, heute ist es im Weltmuseum zu Gast. Schwarz gekleidete Frauen mit weißen Kopftüchern schreien darin 40 Minuten lang rhythmisch und bewegen dabei ihre Köpfe auf und ab. "Corbeaux" heißt übersetzt "Krähen", und an Krähen erinnern die Schreie auch. Erstaunlicherweise wird die Performance nicht langweilig, sondern hat eine ziemliche Kraft. Zum Schluss wechselt die Stimmung. Klatschend und fröhlich singend laufen die Frauen durch den Saal. Die Energie überträgt sich auch aufs Publikum und ich gehe mit einem guten Gefühl.

Danach schaue ich mir in der Halle G "Ensaio uma cartografia" an. Noch einmal stehen nur Frauen auf der Bühne. Sie tanzen nackt

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