Neue Platten

Feuilleton, FALTER 21/19 vom 22.05.2019

Pop

Andreas Spechtl: Strategies

Ob es noch einmal Neues von Ja, Panik geben wird, ist fraglich. Aber auch nicht so wichtig, legt Andreas Spechtl mit seinem bereits dritten Soloalbum doch ein Glanzstück vor. Er hat sich freigespielt vom Konzept Band und zu einem Musizieren gefunden, das den Geist von Techno wie den von Jazz atmet und gleichzeitig Pop-Elemente beinhaltet. Die Stücke flirren, sind dauernd in Bewegung und höchst ideenreich arrangiert. Auch die ruhigen Momente mit Piano und Saxofon lässt man sich gern gefallen. (Bureau B) SF

Pop

Fred Schreiber : More Than Swing

Der in Wien lebende Münchner Fernsehmann ("Willkommen Österreich") stand mit Die Falschen Freunde einst einer Indieband vor. Nun hat er sich einen Traum erfüllt und mit Jazzern Hits von Franz Ferdinand, Depeche Mode oder Nirvana in ein Bigband-Kostüm gesteckt. Wie schon Robbie Williams bemerken musste, ist Swing eine schwierige Übung. Ganz geht es sich auch bei Schreiber nicht aus. Streckenweise ist das sehr charmant, insgesamt aber zu artig. Die Umsetzung hätte mehr Esprit vertragen. (Problembär) SF

Jazz

Roland Hanslmeier 5tet: Polaroid

Mit dem Debüt seines Quintetts legt der Grazer Schlagzeuger ein Album diesseits des Genregrenzenüberwindungsdrangs vor, das swingendem Schwung den Vorzug vor gnadenlosem Groove gibt und eher einer lyrischen Grundhaltung verpflichtet ist als haltloser Expression. Transparent und luftig im Ensemblespiel setzt man eher auf Melodielinien als auf Akkordteppiche (die Gitarre agiert mitunter fast wie ein zweiter Bläser) und entbindet diese zu sanfter, jubilierender, jazzmessenkompatibler Euphorie. KN Live: 7.6., Arena

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FALTER 24/19
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