Bingen singen

Entspannender wird's nicht: "Symphonia Harmoniæ Cælestium Revelationum" kommt zu den Wiener Festwochen

Feature: Martin Pesl
Feuilleton, FALTER 21/19 vom 22.05.2019

François Chaignaud und Marie- Pierre Brénard verspäten sich zum Termin in der Brüsseler Innenstadt. Obwohl sie am Vortag ihre Performance "Symphonia Harmoniæ Cælestium Revelationum" schon nachmittags zum Besten gaben, waren sie erschöpft, mussten ausschlafen. Erscheinungen sind die beiden sowohl auf der Bühne als auch privat, sie wohl deutlich älter als er - Geburtsdaten verraten sie nicht -, aber beide irgendwie alterslos. Das lange, blonde Haar, das auf der Bühne noch zu einer Pyramidenfrisur hochgewickelt war, fällt nun frei herab. Bei beiden.

Unter der Kleidung lugen die Tattoos hervor, mit denen ihre Körper übersät sind. Diese sind aber nicht Exzentrik, sondern Kostüm. Es handelt sich um Schriftzüge und Illustrationen aus Manuskripten der Hildegard von Bingen. Die Performance der beiden Franzosen besteht darin, die Sammlung geistlicher Lieder, die die universalgelehrte Äbtissin im 12. Jahrhundert anlegte, zu singen, begleitet auf der "ukrainischen Lautenzither", der

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