Landrand Ruralismus

Für Tierwohl heißt nicht gegen Bauern


Gerlinde Pölsler

Landleben, FALTER 21/19 vom 22.05.2019

Mehr als 10.000 Menschen haben gleich in der ersten Woche für das Tierschutzvolksbegehren unterschrieben. Bei den Debatten, zu denen die Proponenten von Zwettl bis Dornbirn laden, wird Aufbruchsstimmung sichtbar. Tenor: "So kann es nicht weitergehen." Besonders die ausufernden Tiertransporte lehnen viele Menschen ab. Sie fragen sich, wie weit denn die "Effizienzsteigerung" bei der Herstellung von Fleisch, Milch und Eiern noch gehen soll. Und sie wollen, wenn sie steirischen Backhendlsalat bestellen, keinen ukrainischen vorgesetzt bekommen.

Viele Bauern sehen die Initiative mit Skepsis, dabei treffen sich die Interessen. "So kann es nicht weitergehen", sagte auch ein Landwirt in Graz. Er will keinen größeren Stall bauen und nicht noch mehr aus seinen Kühen herauspressen. Er will aber auch nicht zusperren, so wie im Schnitt rund sechs österreichische Höfe pro Tag. Das Volksbegehren fordert etwa eine Umstellung der Förderungen nach Tierwohlkriterien und eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung nach dem Vorbild der Frischeier . Forderungen, die sowohl den "Nutz"-Tieren als auch der kleinstrukturierten heimischen Landwirtschaft zugutekämen.

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FALTER 30/19
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