Zeit am Schirm

TV-Kolumne


Matthias Dusini

Medien, FALTER 26/19 vom 26.06.2019

Von der Ökologie inspirierten Filmen fehlt das Empathieangebot. Die ethisch depravierten Schweinefleischimporteure und Atomkraftlobbys sind abstoßend, aber man will auch nicht zu den moralisch durchtrainierten Tieraktivisten und Kraftwerksbesetzern halten. In der Regel ist es dem Publikum daher egal, wie der Kampf Supergut gegen Böse ausgeht. Auch die Arte-Serie "Giftige Saat" (bis 26.7. in der Mediathek) findet zunächst keinen Weg aus dem Dilemma. Sie erzählt die Geschichte eines (viel zu rührenden) Bauern, der mit Insektiziden in Berührung kommt und daher an Krebs erkrankt. Er kämpft gemeinsam mit einem (viel zu unkorrupten) Politiker gegen einen (übermäßig teuflischen) Chemiekonzern.

Dass man dennoch nicht rausgeht, um mit dem Diesel-SUV durch den Biogarten zu pflügen, liegt an den Nebenfiguren. Man fühlt mit der Tochter eines Managers mit, der sich angeblich umgebracht hat. Wird sie das Rätsel um ihren Vater aufklären? Auch eine Journalistin sticht heraus. Sie lässt sich von der Industrie kaufen und arbeitet nun für die Gauner. Sympathische Bitch!

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FALTER 30/19
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