„Alle haben geglaubt, dass Schwule eigentlich Schweine sind“

Als sich der Fernsehstar Günter Tolar 1992 outete, stand Österreich Kopf. Heute feiert Wien die EuroPride. Über die Anfänge und Grenzen einer Emanzipation


EVA KONZETT

STADTLEBEN, FALTER 23/19 vom 04.06.2019

Foto: Heribert Corn

Der Mann, der einst vor drei Millionen Menschen auftrat, lebt jetzt hinter Thujenhecken im niederösterreichischen Berndorf. Hier hat Günter Tolar vor 20 Jahren ein Haus gebaut. Aus Holz und knallgelb. Bekannt wurde Tolar in den 1970er-Jahren mit Sendungen wie „Wer 3x lügt“ und „Made in Austria“. Berühmt wurde er als erster Prominenter, der sich öffentlich als schwul geoutet hat. Um den ersten Life Ball 1993 eröffnen zu können, fuhr er 1000 Kilometer mit dem Auto von Italien bis Wien ohne Pause durch. Im Juli wird Günter Tolar 80 Jahre alt. Zeit für ein Gespräch.

Herr Tolar. Tut Ihnen das Ende des Life Balls weh?

Günter Tolar: Es ist tatsächlich schade. Der ist ein Event, auf das Wien eigentlich nicht verzichten sollte und das durch die Spenden viel Segen gebracht hat. Auf der anderen Seite ist der Life Ball ein Kind seiner Zeit. Dass man jetzt keine Sponsoren mehr findet, hat auch damit zu tun, dass selbst ein so epochales Event eben irgendwann in den Alltag rutscht und die Firmen fragen: Zahlt sich das noch aus?

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