Aus der Traum

Es hatte alles so schön begonnen. Die Stadt leistet sich ein neues Museum. Doch nun stirbt das geplante Wien Museum einen langsamen Tod


MATTHIAS DUSINI

FEUILLETON, FALTER 07/18 vom 13.02.2018

Foto: Wien Museum

Tränen sollen geflossen sein, als Matti Bunzl, der Direktor des Wien Museums, Mitte Dezember von einem Gespräch aus dem Rathaus zurückkam. Der geplante Baustarttermin lasse sich nicht halten, hatte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ) dem Kulturmanager eröffnet. Ursprünglich wollte der Politiker bis zum Herbst die Art der Finanzierung geklärt haben. Tags darauf trat Bunzl zerknirscht vor die versammelte Belegschaft und verkündete: „Bitte warten!“

Im Sommer 2009 hatte Mailath-Pokorny verlautbart, dass sich die Kommune ein neues Stadtmuseum leistet. Damals war unklar, ob die bestehende Struktur am Karlsplatz erweitert oder ein neues Museum an einem anderen Ort gebaut würde. Das von Oswald Haerdtl geplante Haus aus den 1950er-Jahren war baufällig und zu klein.

Neun Jahre sind vergangen, Machbarkeitsstudien wurden erstellt, ein internationaler Wettbewerb durchgeführt und ein Büro mit der Planung beauftragt. 274 Büros steckten jeweils rund 40.000 Euro in den Wettbewerbsentwurf, rund sechs Millionen Euro an Steuergeld flossen bereits in das zentrale kulturpolitische Projekt der Stadtregierung.

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