Ausgestallt

Raffinierte Idee von Museumsdirektor Klaus Albrecht Schröder: Kurz vor Ostern wird der Feldhase aus dem Stall gelassen.


PETER IWANIEWICZ
FALTERS ZOO | aus FALTER 11/14 vom 11.03.2014

Zeichnung: Bernd Püribauer » zur Tier-Galerie

Raffinierte Idee von Museumsdirektor Klaus Albrecht Schröder: Kurz vor Ostern wird der Feldhase aus dem Stall gelassen. Genau genommen wird er nicht aus, sondern in den prunkigen Albertina-Stall gehängt, nachdem er jahrelang in den Dunkelkammern des Archivs ein lichtloses Dasein fristete. Dürers Feldhase gehört nicht ohne Grund zu den Ikonen bildender Kunst: Vor dem Jahr 1502 hatte noch nie jemand so detailgetreu und naturalistisch ein profanes Lebewesen dargestellt. Deutlich zu erkennen sind die zwei verschiedenen Haartypen des Fells: oben die steiferen Grannen mit schwarzen Spitzen, unter denen die flauschigen Wollhaare hervorblitzen.

Unter Kunsthistorikern wurde erörtert, ob Dürer seinerzeit ein lebendes Tier porträtierte. Seine Körperhaltung entspricht jedenfalls dem Verhalten in freier Wildbahn, wo sich Feldhasen tief in Bodenmulden drücken. Dabei legen sie aber ihre langen Ohren an den Rücken. Dürers Hase hingegen hat die Ohren hoch aufgestellt.

  358 Wörter       2 Minuten
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