„Das hat der liebe Hahn mit Absicht getan“

Der Medienwissenschaftler Stefan Weber über sein Plagiatsgutachten im Fall Johannes Hahn und die Folgen


FLORIAN KLENK

MEDIEN, FALTER 22/11 vom 31.05.2011

Johannes Hahn ist Doktor der Philosophie. Wie lange noch? Viele Stellen der Dissertation, die ihm zu diesem Titel verhalf, wurden nämlich nicht von ihm, sondern von anderen verfasst. Hahn hat sich fremder Texte bedient und diese in sein Werk integriert. Ein Plagiat? Ja, sagt der Medienwissenschaftler Stefan Weber in einem Gutachten, das die Grünen vergangene Woche veröffentlichten. Die Universität Wien lässt die Dissertation derweil noch einmal prüfen.

Falter: Herr Weber, EU-Kommissar Johannes Hahn hat in seiner Dissertation auf vielen Seiten von anderen Denkern abgeschrieben. Muss ihm der Doktortitel aberkannt werden?

Stefan Weber: Ja, sofern man mit demselben Maß misst wie in anderen Fällen. Ich hatte vor einigen Jahren eine Diplomarbeit aus Philosophie an der Universität Wien untersucht, in der „nur“ einige halbe Seiten abgeschrieben worden waren. Ich war sehr erstaunt, dass diese paar Seiten, die übrigens aus meiner Dissertation stammten, zu einer Aberkennung des Magistertitels geführt haben. Wir sprechen hier nicht einmal von einer Dissertation, sondern von einer Diplomarbeit.

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