„Das Wienerische kommt mit dem Alter!“

Willi Resetarits und Ernst Molden über Dialekt als Zweitsprache, das Überleben als Musiker und das Problem mit dem Wienerlied

KLAUS NüCHTERN, WOLFGANG KRALICEK | FEUILLETON | aus FALTER 27/09 vom 30.06.2009

Ernst Molden, 41, und Willi Resetarits, 60, haben sich auf ein Packl gehaut. Der Schriftsteller und Journalist Molden, der sich in den letzten Jahren zu einem der interessantesten Songwriter der Stadt entwickelt hat, und der als Ostbahn Kurti (1985–2003) zu Wiener Weltruhm gelangte Resetarits haben gemeinsam das Album „Ohne di“ (Rezension siehe unten) aufgenommen. Nachdem Molden mit „Foan“ im Vorjahr bereits eine CD mit wienerischen Coverversionen englischsprachiger Songs veröffentlicht hatte, legt er jetzt erstmals ein Album mit eigenen Dialektliedern vor. „Ohne di“ ist die Fortsetzung einer Zusammenarbeit, die vor knapp zwei Jahren begann. Damals hatte Molden für Resetarits die Nummer „Hammerschmidgassn“ geschrieben, die – in verschiedenen Versionen – sowohl auf Moldens vorletztem Album „Wien“ als auch auf der neuen CD von Resetarits’ Stubnblues („No so vü“) zu hören ist. Das Gespräch fand in dem von Ernst Molden gern frequentierten Café Heumarkt statt.

Falter: „Ohne di“ ist Ihr erstes Album mit eigenen Liedern im Dialekt. Warum hat es so lange gedauert?

Ernst Molden: Es hat mich gereizt, Hochdeutsch zu schreiben, weil das ja viel schwieriger ist – zumindest für mich. Das Wienerische ist biegsamer, hat weniger Silben und mehr Vokale. Ich glaube, Jochen Distelmeyer (Kopf der 2007 aufgelösten Band Blumfeld, Anm. d. Red.) hat einmal gesagt, das Hochdeutsche sei vor allem für einen Dreivierteltakt geeignet. Für amerikanische Musik, also 2/4 oder 4/4, ist Dialekt besser.

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