Der Dienstleister

Praterstern, Hauptbahnhof, Krankenhaus Nord: Albert Wimmer hat Wien in den vergangenen Jahren wie kaum ein anderer Architekt geprägt. Annäherung an einen, der es mit geschickter Kontaktpflege weit über die eigene Baukunst hinaus geschafft hat

STADTLEBEN | BIRGIT WITTSTOCK, MAIK NOVOTNY | aus FALTER 11/17 vom 14.03.2017

Foto: Heribert Corn

Der Wimmer gwinnt immer“ lautet ein Running Gag unter Wiener Architekten. Meist begleitet von einem mokanten Lächeln. Tatsächlich ist die Liste der Prestigebauten, die aus Wimmers Büro stammen, außergewöhnlich lang: das Kraftwerk Freudenau, Monte Laa, Eurogate, die EM-Stadien in Innsbruck, Klagenfurt und Salzburg, der Bahnhof Praterstern, der Hauptbahnhof, das Sonnwendviertel und Wiens größter Patient: das Krankenhaus Nord. Wo Wimmer nicht selbst baut, sitzt er zumindest in der Wettbewerbsjury, wie aktuell bei der Neugestaltung von Copa Cagrana und Cobenzl, und entwirft somit indirekt die Stadt mit.

Kaum ein anderer Architekt prägte Wien in den vergangenen zwei Dekaden so stark wie Albert Wimmer. Unter Architekturkritikern gelten seine Arbeiten als pragmatisch und solide, er selbst als intellektuell und weniger eitel als andere seiner Kollegen. Er sei kein großer Künstler, es fehle ihm an Vision, heißt es, aber er habe das Netzwerken und das Gesichtsbad systematisiert. Kaum eine Veranstaltung der Stadt auf der Wimmer nicht anzutreffen ist.

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