Der King of Swing und die Femme fatale

Im Musikerporträt „Django“ spielt Cécile de France die fiktive Geliebte des Super-Gitarreros

JULIA PüHRINGER | FALTER:WOCHE | aus FALTER 02/18 vom 09.01.2018

Foto: Filmladen / Roger Arpajou

Reda Kateb spielt den Kultgitarristen Django Reinhardt, das klingt grundsätzlich nach keiner schlechten Idee. Der gefeierte französische Schauspieler („Zero Dark Thirty“) legt also drehbuchgerecht los, um wild zu spielen, zu feiern, zu trinken, unfassbar coole Sager von sich zu geben. Und niemand kann wie er einer Frau die Zigarette anzünden: Ihr, Louise de Klerk (gespielt von Cécile de France), der schönen Fremden im perfekten Kleid. Nicht umsonst haben sich die Schauspielerin und die Kostümbildnerin Pascaline Chavanne an den Heldinnen des klassischen Film noir orientiert – de France’ ganz persönliche ist Lauren Bacall.

Handlungstechnisch kommen dann die Deutschen, verfolgen Roma und Sinti, darunter Djangos große Sippe, der Musikstar muss unter Zwang eine Nazi-Fete musikalisch bespaßen und hat Fluchtpläne. Das sieht alles meist ungemein gut aus („Wir wollten ein glamouröses Paar im amerikanischen Stil erschaffen“, so die Hauptdarsteller) und oft auch tragisch, hat aber nicht immer die vorgebliche Tiefe oder Ernsthaftigkeit dem Thema – und der bis heute diskriminierten Bevölkerungsgruppe – gegenüber. Doch immerhin bot der Film die seltene Gelegenheit für ein Gespräch mit de France, einer der überragenden Erscheinungen des europäischen Kinos von heute.

Cécile de France, geboren 1975 im belgischen Namur, kam im Alter von 17 Jahren nach Paris, um Schauspiel bei einem Assistenten des legendären Theaterregisseurs Peter Brook zu studieren und Karriere zu machen. Das gelang ihr spätestens 2002 mit ihrer Rolle in Cédric Klapischs „Barcelona für ein Jahr“ („L’Auberge Espagnole“), die ihr einen César einbrachte. Der Wiedererkennungsfaktor war hoch.

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