Der Raucher-Schreck

Robert Rockenbauer hat eine Mission: Er kämpft für das generelle Rauchverbot in Lokalen

INGRID BRODNIG | STADTLEBEN | aus FALTER 03/09 vom 13.01.2009

Es wird gepofelt, als wäre es noch 2008. Wer das Einkaufszentrum Auhof im Westen Wiens betritt, sieht gleich hinter dem Eingang die Raucher. Sie sitzen im Kaffeehaus mit den Palmen, zünden sich bei der Gelateria neben der Rolltreppe den Tschick an, blasen in der Pizzeria im ersten Stock den Rauch in die Luft. Keine Wand, kein eigenes Belüftungssystem trennt ihren Bereich vom Rest der Einkaufenden. Das ist seit 1. Jänner verboten: Öffentliche Orte wie Einkaufszentren müssen rauchfrei sein, schreibt das neue Tabakgesetz vor.

Das gibt Anzeigen, sagt Robert Rockenbauer. Er ist ein großer Mann mit grauen Haaren, buschigen Augenbrauen und verbindlich-korrektem Auftreten. Unterm Arm hält er eine Mappe mit gesetzlichen Auflagen und Rauchverbotsplaketten. Fast könnte man ihn für einen Offiziellen halten, einen Beamten des Gesundheitsministeriums.

Doch Rockenbauer ist privat unterwegs. Weder Polizei noch Gesundheitsministerium kontrollieren die Umsetzung des neuen Tabakgesetzes. Also geht der 58-Jährige selbst auf die Pirsch und meldet Verstöße. Rockenbauer wird dafür als „Rauchsheriff“, als „Denunziant“ bezeichnet. Er ist die Speerspitze im Kampf gegen die Verselchung des öffentlichen Raums. Er leitet die Schutzgemeinschaft für Nichtraucher, gibt die Nichtraucher-Zeitung heraus, ist im Fernsehen, in der Presse zu sehen.

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