Des Vizekanzlers Wanzenakt

Heinz-Christian Strache witterte Spitzel in seinem Büro, fühlte sich abgehört und schlug Alarm. Der Endbericht der Staatsanwaltschaft ist das Protokoll einer dramatischen Aufklärung


FLORIAN KLENK
POLITIK | aus FALTER 12/18 vom 20.03.2018

Ein mysteriöses Kabel hinter einer Spiegelwand. Wo führt es hin? Wo endet es? Die Polizei hat es verfolgt, fotografiert und ist hinabgestiegen in die Keller Kakaniens (Foto: Archiv)

Der österreichische Vizekanzler betrachtete den „Abhör- und Spitzelskandal“ als nichts weniger als einen Angriff auf die Demokratie. „Das ist doch Wahnsinn“, sagte er der Krone, „da wird man als Vizekanzler angelobt und nur wenige Tage später wird aufgedeckt, dass mein Büro verwanzt ist.“

Der „unfassbare Skandal“ wurde von ihm Ende Jänner publik gemacht, nur wenige Tage vor der niederösterreichischen Landtagswahl. Strache versuchte damit, die Öffentlichkeit von der leidigen Causa prima abzulenken, den Nazi-Liederbüchern in der Burschenschaft seines Parteifreundes Udo Landbauer.

Dass der „Wanzen-Skandal“ so einschlug, war auch einem Sprecher des neuerdings blau regierten Verteidigungsministeriums zu verdanken. Im Namen von Mario Kunasek bestätigte dieser die verstörende Nachricht, der Heeres-Inlandsgeheimdienst habe im Palais Dietrichstein eine „Vorrichtung“ entdeckt, die auch zum Abhören verwendet werden könne. Strache wusste noch mehr: Ein Einbrecher sei „auf frischer Tat“ gesichtet worden, vermutlich ein Agent, der die Flucht ergriffen habe, als man ihn beim Einbau der Wanze betrat.

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