Die abgesagte Apokalypse

Vor 30 Jahren, am 26. April 1986, ging das Atomkraftwerk von Tschernobyl in die Luft und bestätigte viele Ängste

KIRSTIN BREITENFELLNER | FEUILLETON | aus FALTER 15/16 vom 12.04.2016

Foto: José R. Chicas

Foto: José R. Chicas

Unsere Zukunft war vorbei, bevor sie begonnen hatte. Als am 26. April 1986, einem Samstag, Reaktor vier im sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl explodierte, waren wir schockiert und fühlten uns bestätigt – eine paradoxe Mischung aus Bedrohungsgefühl und Befriedigung. Wir, das waren die linksalternativen Jugendlichen, die das, was gerade geschehen war, am meisten gefürchtet hatten.

Die erwartete Katastrophe

Freilich hatten wir, so wie der Rest der Welt, von der Katastrophe erst zwei Tage später erfahren, als im über 1200 Kilometer entfernten Kernkraftwerk Forsmark in Schweden der Alarm losging. Aufgrund des Ostwinds richtete sich der Verdacht gegen die Sowjetunion, die erst in den Abendstunden eine Beschädigung des Reaktors zugab. Genaueres wusste man aber auch einen Tag später noch nicht, als die USA bereits den größten anzunehmenden Unfall (GAU), das Schmelzen des Kerns, vermuteten.

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