Die Experten sind wir!

Die Regierung setzt auf Expertise der eigenen Leute. Ideengeber aus der Wissenschaft werden ausgesperrt


BARBARA TóTH

POLITIK | aus FALTER 10/19 vom 05.03.2019

Illustration: Daniel Jokesch

Als FPÖ-Chef ist es nicht so einfach, einen Think-Tank zu gründen. Das beginnt schon beim Namen. Think-Tank ist ein Begriff aus den USA und heißt übersetzt so viel wie „Denkwerkstatt“. Weil Heinz-Christian Strache aber das Denglische vermeidet, wo es nur geht, also lieber deutsche Wörter statt englische verwendet, taufte er seine neue Initiative lieber zungenbrecherisch „Denkwerk zukunftsreich“.

Und welches Thema wählte Strache zum Start seines „Denkwerks“? „Islamischer Antisemitismus“. Dazu lud er Mitte Februar den höchst umstrittenen Islamkritiker Michael Ley in den brechend vollen Kursalon Hübner nach Wien, um über Leys Buch „‚Tötet sie, wo ihr sie trefft‘: Islamischer Antisemitismus“ zu diskutieren. Ebenfalls auf dem Podium: Henryk M. Broder, wie Ley ein einschlägiger Islamkritiker.

Um dem Abend zumindest den Anschein einer offenen Debatte zu geben, buchte sich Strache den liberalen Presse-Chefredakteur und -Herausgeber Rainer Nowak als Moderator. Mit einem Trick: Nowak erfuhr erst am Vortag, dass er nicht eine stinknormale Buchpräsentation moderieren würde, sondern als Geburtshelfer von Straches neuem Think-Tank dienen durfte.

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