Die Schmähbrüder

2013 war Die Tagespresse ein Ein-Mann-Satireblog. Heute ist daraus ein Medienunternehmen geworden, das nun seine eigene Fernsehshow ins öffentlich-rechtliche Programm bringt. Die Geschichte eines Aufstiegs


BENEDIKT NARODOSLAWSKY
MEDIEN | aus FALTER 37/17 vom 12.09.2017

Foto: Heribert Corn

Ein türkiser Newsroom, ein Moderator im grauen Anzug, weißes Stecktuch, ernste Miene. In seinem Rücken das Hintergrundbild des Studios – ein Erdball mit Mond. Von oben strahlen Scheinwerfer herab, an den Säulen hängen Mikrofone, rechts vom Moderator leuchtet ein Bildschirm mit einem Logo. Dort steht: „Tagespresse aktuell“.

Es ist Samstagmittag, ausgewählte Gäste sind ins kleine Fernsehkochstudio ins Mediacenter Marx gekommen, um Feedback für die erste Probesendung der neuen ORF-Satiresendung zu geben. Kommenden Dienstag wird der ORF das erste Mal die Sendung „Tagespresse aktuell“ ausstrahlen, gleich nach dem Late-Night-Show-Evergreen „Willkommen Österreich“. Hinter dem Publikum sitzen Tagespresse-Macher Fritz Jergitsch und Jürgen Marschal auf dem Tresen einer Bar und schäkern. Anspannung liegt in der Luft.

Sebastian Huber, der Dritte im Bunde, geht nach vorne und macht die Einleitung. „Danke fürs Kommen an alle“, sagt er, „im Fernsehen sieht man nicht, wenn wer lacht. Man kann’s nur hören. Deshalb ist’s gut, wenn ihr lacht. Weil wir von der Tagespresse können nicht mehr lachen.“ Der erste Probedurchlauf beginnt in Kürze. „Schauen wir, wie das so wird“, sagt Huber, „und ja, viel Spaß euch.“

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