Diplomatischer Vertreter Österreichs in Israel posiert mit T-Shirt aus Identitären-Shop auf Facebook


NINA HORACZEK

20.03.2018

Der FALTER veröffentlicht heute um 17 Uhr einen Bericht über Jürgen-Michael Kleppich, Attaché in der österreichischen Botschaft in Israel und FPÖ-Bezirksrat in Wien-Leopoldstadt. Kurz nach seinem Antritt als Attaché postete Kleppich auf Facebook ein Bild von sich im Burschenschafter-T-Shirt aus dem Sortiment von „Phalanx Europa“, dem Onlinehandel des rechtsextremen Identitären Martin Sellner „für die patriotische Gegenkultur“.

Einige Monate zuvor hatte Kleppich, selbst Mitglied der deutschnationalen Mittelschulverbindung Vandalia, ein Bild seines Großvaters in der Nazi-Uniform mit Hakenkreuz gepostet. Als Ende Jänner der niederösterreichische FPÖ-Politiker Udo Landbauer wegen der Nazi-Liederbuchaffäre zurücktrat, kommentierte Kleppich den Rücktritt auf Facebook mit den Worten: „Das hast Du nicht verdient, Udo Landbauer.“ Damals war Kleppich bereits offizieller Vertreter Österreichs im Heiligen Land.

Neuigkeiten gibt es auch in der Causa Götschober, ebenfalls FPÖ-Bezirksrat in der Leopoldstadt, der wegen der Liederbuchaffäre um seine Burschenschaft Bruna Sudetia in die Schlagzeilen geriet: Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, in einem Brief an Bezirksvorsteherin Ursula Lichtenegger, der dem FALTER vorliegt, nun Götschobers Rücktritt. “Die jüdische Gemeinde ist schockiert, dass gerade im Bezirk Leopoldstadt, einem wesentlichen Teil der “Mazzesinsel”, in dem ein Großteil des traditionellen Judentums wohnt, sich in der Bezirksvertretung mit Herrn Götschober ein Mitglied befindet, das mit antisemitischem und neonazistischem Gedankengut in Verbindung gebracht wird”, schreibt Deutsch.

Die Grünen und die SPÖ in der Leopoldstadt bringen deshalb heute in der Bezirksvertretungssitzung eine gemeinsame Resolution ein. Darin fordern sie, dass in der Bezirksvertretung nur Personen sitzen, die „sich explizit gegen antidemokratisches, antisemitisches, deutschnationales und rassistisches Gedankengut aussprechen und dies in ihren politischen und privaten Lebensbereichen auch so umsetzen“.

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FALTER 25/19
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