Dörfliche Moderne

Die oberösterreichische Gemeinde Hinterstoder lebt vom Tourismus, ohne sich ihm zu verkaufen. Eine Gratwanderung

SEBASTIAN FASTHUBER | LANDLEBEN | aus FALTER 28/18 vom 10.07.2018

Foto: Reinhard Winkler

Ein Dorf am Leben zu erhalten ist ein harter Job. Wenn die Infrastruktur nicht mehr gegeben ist, es in näherer Umgebung kaum attraktive Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten gibt und irgendwann auch das letzte Wirtshaus zusperrt, ist es nur natürlich, dass auch die Bewohner weniger werden. Besonders jungen Menschen, die auf dem Land aufwachsen, bleibt oft nichts anderes übrig, als in die Stadt zu ziehen.

Hinterstoder ist kein solches Dorf. Obwohl der Ortskern nur etwa 500 Meter lang ist, können sich die Menschen hier sogar aussuchen, bei welchem Nahversorger sie einkaufen wollen. Es gibt hier – dem Skitourismus sei Dank – nicht nur einen, sondern sogar zwei kleine Supermärkte, an die jeweils Sportgeschäfte angeschlossen sind, weiters zwei Banken und mehrere Gasthäuser, Cafés sowie eine Pizzeria. Leerstand? Fehlanzeige. Einzig für die Konditorei wird gerade ein neuer Pächter gesucht.

Und trotzdem ist Hinterstoder die längste Zeit geschrumpft. Ein bisschen nur, jedoch stetig. 1991 hatte die Gemeinde 1035 Einwohner, 2008 waren es 966 und bei der letzten Volkszählung 2017 nur mehr 926. Aktuell sollen es 938 sein. Es bewegt sich was. Die Volksschule hatte im gerade zu Ende gegangenen Schuljahr zum ersten Mal seit Jahren wieder zwei erste Klassen. Auch beim Nachwuchs im Kindergarten sieht es nicht schlecht aus. Und mit einem trendigen Kaffeehaus, das mehr an Wien-Neubau erinnert als an ein Dorfcafé, gibt es wieder einen Treffpunkt für Jung und Alt.

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