Eine Frage der Ähre

Die EU-Gremien entscheiden derzeit, ob es eine Neuzulassung des Herbizids Glyphosat geben soll. Entscheidend ist die Einschätzung, ob es Krebs auslöst

BERT EHGARTNER | LANDLEBEN | aus FALTER 35/17 vom 29.08.2017

Foto: Philippe Huguen / AFP / picturedesk.com

Glyphosat tötet Pflanzen jeglicher Art binnen kurzem ab. Unkräuter auf dem Acker ebenso wie im Schrebergarten oder entlang der Bahngleise. Entdeckt wurde der Wirkstoff bereits 1950 vom Schweizer Chemiker Henri Martin, und er fand zunächst Anwendung bei der Reinigung von Rohren. Der US-Konzern Monsanto, der mit dem Verkauf von DDT und Agent Orange groß geworden war und heute als der weltgrößte Anbieter von Saatgut und Agrochemikalien gilt, testete die Eignung der Chemikalie als Wasserenthärter. Mitarbeiter stießen 1969 schließlich auf deren Hauptwirkung, die sogleich patentiert wurde: Glyphosat hemmt die Bildung lebensnotwendiger Aminosäuren im pflanzlichen Stoffwechsel und wirkt damit als Totalherbizid.

Seit das Patent von Monsanto im Jahr 2000 abgelaufen ist, setzen mehr als 90 Chemiefirmen Glyphosat in ihren Produkten ein – es ist weltweit das meistverwendete Herbizid. Laut Bundesamt für Ernährungssicherheit wurden im Jahr 2016 rund 312 Tonnen glyphosathaltige Herbizide in Österreich verkauft, weltweit sind es 720.000 Tonnen. Eine in Deutschland durchgeführte Befragung von 900 Landwirten ergab, dass auf 39 Prozent der Ackerfläche zumindest einmal jährlich mit Glyphosat gespritzt wird. In Österreich dürfte es ähnlich sein.

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