„Endlich versteht mich jemand“

Wieso treibt ein 17-jähriger aus gutem Hause einen 12-Jährigen zu einem Anschlag an? Ein Wiener Strafprozess gibt viele Antworten


FLORIAN KLENK
POLITIK | aus FALTER 15/18 vom 10.04.2018

Lorenz K., wie er sich auf Facebook präsentierte: „Irgendwann ist er nur noch vor dem iPhone gehängt“ (Foto: Screenshot Facebook)

Das Publikum im Saal 211 kann den Film nicht sehen. Die Monitore sind zur Richterbank gedreht, nur der Ton ist zu hören. Wer den Geschworenen ins Gesicht schaut, ahnt etwas von dem Grauen, das im Video zu sehen ist. Es beginnt mit sanften Chorälen, „Vorwärts! Vorwärts!“, singen die Männer. Dann Gewehrsalven. Es wird nun ruhig. Man vernimmt ein Knirschen, ein merkwürdiges dumpfes Geräusch.

Die Gesichter der zwölf Geschworenen, vier Männer, acht Frauen, zucken zusammen. Irritiert wenden manche immer wieder den Blick ab. Auch die schwer bewaffneten Justizwachebeamten mit den kugelsicheren Westen kneifen die Augen zu. Eine Geschworene hält, wie ein kleines verängstigtes Kind, ihre Finger vor die Augen.

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