Highway to Horn

Im Waldviertel erhitzt eine geplante Straße die Gemüter – die der einen, weil sie noch nicht da ist. Die der anderen, weil sie vielleicht bald kommt

VERENA RANDOLF | LANDLEBEN | aus FALTER 06/18 vom 06.02.2018

Foto: Manfred Horvath

Im Herbst, wenn die Erdäpfelbauern im Bezirk Gmünd ihre Ernte einfahren, steigt Konrad Antoni hinter dem Steuer seines weißen BMW öfter die Zornesröte ins Gesicht als sonst. Seit vor ein paar Jahren die Bahn ihren Sondertarif für die Lieferung der Kartoffeln zur Agrana-Stärke-Fabrik in Gmünd abgeschafft hat, verladen die Bauern ihre Ernte tonnenweise auf Traktoranhänger. Deshalb ist Antoni von Mitte September bis knapp vor Weihnachten regelmäßig mit zermürbenden 20 Stundenkilometern ohne Überholmöglichkeit auf den Landstraßen Richtung Gmünd unterwegs, was ihm sehr viel Zeit lässt, um über alternative Verkehrskonzepte im Waldviertel nachzudenken.

Seit mehr als zehn Jahren wünscht sich der SPÖ-Abgeordnete fürs Waldviertel eine Autobahn: Auf der Karte des rund 60.000 Kilometer umfassenden hochrangigen Straßennetzes Europas ist das Waldviertel als eine der wenigen erschlossenen Regionen Mitteleuropas ein unberührter Fleck. Deswegen positionieren sich Antoni und seine Mitstreiter an Kreisverkehren von Litschau bis Zwettl, von Horn bis Gmünd mit Plakaten, auf denen sie für eine Bundesstraße durch die Region werben – mit mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung, baulich voneinander getrennt.

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Lesen Sie diesen Artikel in voller Länge mit Ihrem FALTER-Abo-Onlinezugang.

Passwort vergessen?

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

×

Anzeige

Anzeige