"Ich bin eine sehr reinliche Frau"

Anlässlich der Verfilmung ihres Romans "Feuchtgebiete" erklärt Charlotte Roche, wie sie's wirklich gemeint hat


KLAUS NüCHTERN
FEUILLETON | aus FALTER 33/13 vom 13.08.2013

Mit ihrem in Sachen Sexualität und Körperhygiene ziemlich unzimperlichen Roman „Feuchtgebiete“ avancierte die bekannte TV-Moderatorin Charlotte Roche 2008 zur Bestsellerautorin, drei Jahre später festigte sie mit „Schoßgebiete“ ihren Ruf als für Unterleibsbelange zuständige Schriftstellerin. Dabei ist die stets adrett, gepflegt und gutgelaunt auftretende Britin eigenen Aussagen zufolge ziemlich „verklemmt“.

Nun kommt „Feuchtgebiete“ in der Regie von David Wnendt („Kriegerin“) auch in die Kinos. Was im Roman als schnoddrige Selbststilisierung der Ich-Erzählerin einen gewissen Charme entfaltet, wird in der ostentativ unverkrampften, mit dem Ekelfaktor kokettierenden „Guck, was wir alles zeigen“-Attitüde des Films schnell penetrant. Pizzawichsen mit Cumshot in Slow Motion – wer’s mag, wird gut bedient.

Und auch wenn die Nebendarsteller über platt psychologisierende Klischees (Axel Milberg als cooler, aber auch ziemlich selbstgefälliger und abwesender Papa; Meret Becker als zwangsneurotische Mama) nicht wesentlich hinausgehen: Carla Juri in der Rolle der furchtlos Körpersäfte erkundenden Helen Memel ist eine echte Entdeckung.

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