„Ich bin ja nicht der Watschenmann“

Vor zehn Jahren gründete Wolfgang Fellner das Druckwerk Österreich. Was hat er damit angerichtet?

BENEDIKT NARODOSLAWSKY, FLORIAN SKRABAL
MEDIEN, FALTER 35/16 vom 30.08.2016

Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Kaum ein Medium in Österreich genießt einen schlechteren Ruf als Österreich. Vor zehn Jahren präsentierte Medienmacher Wolfgang Fellner die erste Ausgabe des Boulevardblatts. Heute wird es hauptsächlich gratis vertrieben. Gemeinsam mit der Rechercheplattform Dossier bat der Falter Fellner, Bilanz zu ziehen. Ein Jubiläumsgespräch über Lügen, journalistische Fehler, dubiose Anzeigenpraxen und das Geschäft des harten Boulevards.

Falter: Herr Fellner, Sie sind reich und könnten am Strand Ihrer Villa in Ibiza liegen. Stattdessen tun Sie sich noch immer Ihre Zeitung Österreich an. Warum?

Wolfgang Fellner: Ich habe nie behauptet, dass ich ein reicher Mann bin. In Österreich bin ich in der Reichenliste unter „ferner liefen“ gereiht, nicht einmal unter den Top 1000 – also von reich kann keine Rede sein. Ich könnte sogar ironisch jammern, dass ich meinen Beruf verfehlt habe. Ich habe ein halbes Jahr in Stanford studiert, aber leider hat es damals noch kein Internet gegeben, man könnte mich also als Pechvogel bezeichnen. Denn wäre ich dort 20 Jahre später gewesen – zu den Zeiten von Page und Brin und Google –, wer weiß, was aus mir geworden wäre. Trotzdem macht mir die Arbeit an österreichischen Medien eine Riesenfreude, ich habe großen Spaß und habe nicht die geringste Ambition, irgendwo am Strand zu liegen und in die Luft zu schauen.

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