"Ich habe das vorausgesagt"

Gerald Tatzgern ist oberster Schlepperbekämpfer. Den Tag, an dem in Parndorf ein Lastwagen mit 71 Leichen gefunden wurde, bezeichnet er als den schrecklichsten Moment seines Lebens. Ein Gespräch über den europäischen Massenmord

FLORIAN KLENK, LUKAS MATZINGER | POLITIK | aus FALTER 24/17 vom 13.06.2017

Schlepperbekämpfer Gerald Tatzgern vom Bundeskriminalamt in seinem Joint Operational Office in Wien Leopoldstadt (Foto: Christopher Mavric)

In einem Haus wie jedem anderen in dieser Wohngegend im zweiten Bezirk sitzt das Joint Operations Office (JOO) der Abteilung für Schlepperei. An den Wänden hängen Karten osteuropäischer Länder und riesige Plakate mit Netzwerkgrafiken, auf denen Schlepperbosse, ihre Handynummern und ihre Mittelsmänner kartografiert sind. Hier wird ermittelt, akribisch und international. Das JOO ist Gerald Tatzgerns ganzer Stolz, „sein Baby“, wie er es nennt. 50 Fahnderinnen und Fahnder versuchen hier, kriminelle Schlepperbanden auszuforschen, Menschenhandel zu bekämpfen und Opfer als Kronzeugen zu gewinnen.

Tatzgerns Büro existiert erst seit vergangenem Jahr. Aber es ist wohl wichtiger denn je, wie der am 21. Juni in Ungarn startende Mordprozess gegen elf Schlepper zeigt. Sie sollen jene 71 Menschen ermordet haben, die in einem Lastwagen in Parndorf aufgefunden wurden. Die Katastrophe veränderte Österreichs Flüchtlingspolitik massiv.

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