Impfen? Wir doch nicht!

Ahnungslose Eltern und eine veraltete Gesundheitspolitik sind mitverantwortlich für den Ausbruch der Masern in Österreich. Der Gesetzgeber muss handeln

BARBARA TóTH, GERLINDE PöLSLER | POLITIK | aus FALTER 06/19 vom 05.02.2019

Illustration: P.M. Hoffmann

Auf den Anruf hat Ernst Eber schon gewartet. Am vergangenen Freitagvormittag wurde ein 13 Monate altes Mädchen ins Landeskrankenhaus gebracht. Nun legt der Chef der Grazer Kinderklinik das Handy weg und sagt: „Ja, es sind die Masern. Eindeutig.“

Das Kleinkind war bereits am 11. Jänner hier gewesen, an jenem Tag, an den sich auch Ernst Eber immer erinnern wird. Ein 15-jähriger Schüler kam damals in die Ambulanz, nicht wissend, dass er Masern hatte. Mit ihm begann eine Welle von 13 weiteren Erkrankungen, darunter bei sechs Säuglingen unter neun Monaten. Zugleich mit dem Burschen war das nun an die Klinik zurückgekehrte Baby in der Ambulanz. Es wurde noch am 12. Jänner geimpft – da war es aber offenbar schon zu spät.

Seit diesem Jännertag hat sich an der Kinderklinik vieles geändert. Das Spitalspersonal, die Kinder in ihren Betten, die Eltern: Viele von ihnen tragen nun weiße Schutzmasken. „Wegen der Masernepidemie fordern wir Patienten und Begleitpersonen auf, diese anzulegen“, sagt Eber.

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