"Irgendwie ist es immer gegangen"

Das Grazer Schauspielhaus ist 50 Jahre alt. Eine kleine Stadttheatergeschichte

HERMANN GöTZ | STEIERMARK | aus FALTER 19/14 vom 06.05.2014

Foto: J.J. Kucek

Foto: J.J. Kucek

Das Unerfreuliche an Klischees ist, dass sie meist einen wahren Kern besitzen. Eines zum Beispiel, gegen das sich Graz schon lange zur Wehr setzt, ist der Ruf, ein beschauliches „Pensionopolis“ zu sein. Heute ist davon zwar wenig zu merken, auf die k.u.k Zeit traf es aber zu. Unter Beamten und Militärs der Monarchie galt Graz als erste Wahl für einen standesgemäßen Alterssitz.

Die schillernden Titel kaiserlich-königlicher Würdenträger auf den Gräbern des Friedhofs von St. Leonhard erzählen noch heute davon. Ein anderes Erbe jener Zeit sind die Orte gutbürgerlicher Zerstreuung: Theater- und Konzerthäuser. Und anders als Gräber und Grüfte wollen diese bis heute belebt sein.

Darum ging es letztlich auch, als Kulturstadträtin Lisa Rücker (Grüne) just im Vorfeld der Hearings für eine neue Schauspielhaus-Leitung ihre Finanzierungsgarantie zurückzog. Um den Bewerbern Planungssicherheit zusagen zu können, müssen die Zahlungen der Stadt bis 2020 fixiert werden. Über den Solidarbeitrag, den die Theaterholding derzeit leistet, sollte aber erst verhandelt werden. Da insgesamt 94 Prozent des Kulturbudgets gebunden sind, bedeuten Unsicherheiten wie diese praktisch das Ende einer aktiven Kulturpolitik.

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