Lieber Herr Wrabetz!

Michael Jeannée hat in der neuen ORF-Society-Sendung nichts verloren. Wir begründen es mit seinen Worten

SIBYLLE HAMANN | MEDIEN | aus FALTER 03/10 vom 19.01.2010

Lieber Herr Wrabetz! Sie wurden erwählt, die größte und wichtigste mediale Orgel der Republik neu zu stimmen und sie als österreichisches Kulturgut zu erhalten. Sie haben die langweiligen, speichelleckerischen und unprofessionellen Defizite Ihres überalterten „Seitenblicke“-Formats erkannt und setzen nun auf Herrn Heinzl. Weil Sie wirklich nicht mehr wissen, was Sie tun sollen auf der Brücke Ihres von Ihnen auf Grund gesetzten ORF-Schiffs, soll dort nun Michael Jeannée auftreten. Ein TV-Faustschlag aus dem Nichts heraus.

Ach, Herr Direktor, wie armselig durchsichtig. Sie machen das aus Gründen, die nur Sie allein kennen. Nur eines weiß ich mit Sicherheit: Es werden sehr, sehr schlimme, unerträgliche Stunden und Tage sein. So tief, so schmerzvoll und grauenhaft wie nur irgend möglich.

Denn Jeannée zeigt, dass das Böse keinen Pferdehuf besitzt und keinen Schweif, sich perfekt zu tarnen weiß. Dass es stinkt, das Böse. Nein, nicht nach Pech und Schwefel, wie es uns die alten Legenden und Sagen weismachen wollen, sondern nach Moder, Fäule, Finsternis, Kälte, Brutalität, Angst und Macht ohne Erbarmen.

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