Mama, Papa, Mamas Freund und seine Kinder

Das Geheimnis von Nähe und Distanz: wie das Leben als Patchworkfamilie gelingen kann


GERLINDE PöLSLER
STADTLEBEN | aus FALTER 02/18 vom 09.01.2018

Illustration: Bianca Tschaikner

Wenn Mario* seine Familie erklärt, dann dauert das schon ein paar Minuten. Aus der ersten Ehe mit Brigitte* hat der Angestellte zwei Töchter mit fünf und acht Jahren. Jetzt ist er in einer Lebensgemeinschaft mit Bettina*, die ihrerseits die elfjährige Julia* aus erster Ehe in die Beziehung mitbrachte. Julia sieht ihren Papa regelmäßig; die Treffen zu organisieren ist allerdings nicht ganz einfach, da er im Tourismus arbeitet und viel unterwegs ist. Zusammen haben Mario und Bettina nun noch zwei Söhne, die drei Jahre und ein Jahr alt sind. „Und jetzt kommt der Super-GAU“, setzt Mario noch eins drauf und grinst: „Meine Eltern sind geschieden und die von Brigitte auch.“

Patchworkfamilien wie jene von Mario sind inzwischen zahlreich. Gemeint ist damit eine Partnerschaft, bei der mindestens ein Partner ein oder mehrere Kinder mit in die Beziehung bringt. Laut „Familien in Zahlen 2015“, herausgegeben vom Österreichischen Institut für Familienforschung, gab es 2014 in Österreich 65.503 Patchworkfamilien, in denen zumindest ein Kind aus einer früheren Beziehung in den Haushalt mitgebracht wurde. Das waren knapp neun Prozent aller Paare mit Kindern unter 18 im Haushalt. Dazu kommen noch all jene – statistisch schwer fassbaren – Konstellationen, in denen die Kinder zum Beispiel bei der Mutter leben, ihren Vater (und dessen neue Freundin) aber regelmäßig besuchen.

Für Patchworkfamilien gelten wohl dieselben Regeln und Fallstricke wie für alle anderen auch – und dazu noch etliche mehr. Allerdings bieten diese Konstellationen auch neue Möglichkeiten.

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