„Man frisst das nicht“

Der Unternehmer Josef Zotter über den Wahn der Zeit, sein Leben ohne Konsum und den kleinen süßen Genuss

THOMAS WOLKINGER | STEIERMARK, STADTLEBEN | aus FALTER 51/10 vom 21.12.2010

Josef Zotters Büro vermittelt einen guten Eindruck davon, was diesem Mann wichtig ist. In einer kleinen Schachtel lagern Muster seiner jüngsten Kreationen, wild geformte Schoko-Tafeln, über die man nicht viel sagen darf, weil sie zum Patent angemeldet sind. Am Schreibtisch der neue Handke, an der Decke Monitore, über die Zotter die Produktion überblicken kann. Ein gewaltiges Fernrohr neben dem Schreibtisch ist durchs Fenster auf die Talsenke gerichtet: Hochlandrinder weiden da, riesige Solarpaneele richten sich automatisch nach der Sonne aus. Und es wird gebaut: In wenigen Monaten wächst das Imperium des Chocolatiers und Landwirts Josef Zotter, der wie kaum ein anderer Innovationslust und unternehmerische Verantwortung unter einen Hut zu bringen versteht, noch um einen „Essbaren Tiergarten“. Zum Aufwärmen wird, klar, heiße Trinkschokolade serviert.

Falter: Den Christbaum im Hause Zotter stellt man sich phantastisch vor. Ist er das?

Josef Zotter: Es ist ein lebender Christbaum, mit dem ich ziemliche Scherereien habe, weil er irrsinnig schwer ist. Den musst du einmal ins Haus bringen, da fahren wir mit Teppichen herum! Nach Weihnachten wird nummeriert, dann pflanze ich ihn aus, daher weiß ich genau, welchen Baum wir vor 15 Jahren gehabt haben. Wir hacken ihn eben nicht um und schmeißen ihn weg. Darum geht’s in unserem ganzen Leben – um die würdevolle Zuneigung.

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